100 Jahre - Internationaler Frauentag

Am 08. März diesen Jahres begehen die Frauen auf der ganzen Welt den 100. Jahrestag des Internationalen Frauentages.
Vor einhundert Jahren kamen in Dänemark, Österreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA Frauen zu Demonstrationen und Versammlungen zusammen. Im Mittelpunkt der Forderungen standen Gleichberechtigung von Mann und Frau als ein Grundrecht und die Durchsetzung des Wahlrechts für Frauen.
Seitdem wurden manche Forderungen der Frauenbewegung verwirklicht und dennoch benötigen wir bis zur endgültigen Gleichberechtigung der Frau noch viel Kraft und Kampf.
Heute geht es um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, um Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt und um verstärkten Kampf gegen Diskriminierung.
Es geht darum tatsächliche Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen.
Das bedeutet vor allem, die Beseitigung von struktureller Benachteiligung von Mädchen und Frauen, um die Erlangung tatsächlicher wirtschaftlicher Unabhängigkeit ebenso, wie um gleichberechtigte Teilhabe in Führungspositionen.
Dieses Thema wird auch intensiv in unserem Land diskutiert.
Im Koalitionsvertrag des Landes Brandenburg für die Jahre 2010 - 2014 steht:
„Ein Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm soll dazu beitragen, bei der Geschlechtergerechtigkeit voran zu kommen und strukturelle Benachteiligung von Mädchen und Frauen abzubauen.“
Eng damit verbunden ist die Forderung nach Fortsetzung der Politik für ein familienfreundliches Land.
Wie sieht die Realität aus?
In unserer Gesellschaft werden Frauen und Mädchen teilweise aus den Entscheidungsprozessen der Politik, der Wirtschaft, der Wissenschaft und Kultur ausgegrenzt. Die Stellung der Frauen in leitenden Führungspositionen entwickelt sich rückläufig.
Sie sind oft in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt.
Alleinerziehende Mütter und Väter sowie ältere Frauen sind überproportional von Armut bedroht.
Es ist festzustellen, dass Gewalt besonders an Kindern und Frauen zunimmt.
Gleiche Chancen in Bildung, Studium und Beruf sowie bei der Bezahlung der Erwerbstätigkeit müssen wichtige Ziele sein, um Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen.
Aus Anlass des 100.Jahrestages des Internationalen Frauentages werden wir am 8. März diesen Jahres mit der SPD ein Gleichstellungspolitisches Handlungsprogramm verabschieden. Darin werden nicht nur politische Absichtserklärungen enthalten sein, sondern konkrete Maßnahmen, mit dem Ziel der tatsächlichen Gleichstellung in unserem Land deutlich näher zu kommen. Im Vorfeld haben wir einen regen Gedankenaustausch mit Vereinen und Verbänden gesucht und in parlamentarischen Anhörungen den VertreterInnen die Möglichkeit eingeräumt, aktiv an diesem Konzept mitzuarbeiten.
Alle Bemühungen darum, eine tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann zu erreichen werden nur dann fruchten, wenn es gelingt, dafür eine breite gesellschaftliche Unterstützung zu organisieren. Ich erinnere an die jüngste unsägliche Debatte zur Quotierung von Frauen in Führungspositionen.
Es ist leider kein Selbstlauf, dass Frauen, die die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, auch gleichberechtigt an der Führung von Unternehmen teilhaben.
Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist heute wie vor hundert Jahren keine Selbstverständlichkeit und muss erkämpft werden.
Ich hoffe auf eine breite Unterstützung und wünsche allen Frauen zum 8.März viel Kraft, stabile Gesundheit und gesellschaftliche Anerkennung.

 

 Ihre Helga Böhnisch